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All jene, die nun eine klare Antwort erwarten, werden leider enttäuscht, denn genau diese gibt es nicht. Stattdessen ranken sich verschiedene Theorien um den Inselnamen und eine exakte Deutung lässt die Geschichte offen. Die Sylter selbst lieben ihre Insel wie sie ist und auch die Schreibweise kümmert den Insulaner wenig, denn er nennt seine Insel “Söl”. Woher die Bezeichnung nun wirklich stammt, darauf dürfen Sie sich nachfolgend Ihren eigenen Reim machen.
Begonnen hat die Namensfindung um das Jahr 1170, als “Sild” in einem Schenkungsbuch des Klosters Odense auftauchte. Knapp 100 Jahre später entnimmt man dem Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II die Bezeichnung “Syld”. Mit der Schreibweise schien es auch das Domkapitel Schleswig im Mittelalter nicht so genau zu nehmen, denn Syld und Sylt waren beide gebräuchlich. Die heutige Schreibweise setzte sich erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts durch.
Nun zu den Theorien des Namensursprungs. Sylt wird zum Beispiel in Verbindung mit dem englischen Wort für Schwelle “sill” gebracht. Dies könnte soviel wie “Landschwelle” bedeuten. Deutet man Sylt mit Hilfe des germanischen “Selhipo”, dann könnte die Bezeichnung eine Anlehnung an einen Robbenort sein und damit den gleichen Ursprung wie die norwegische Insel Sild haben.
Denkbar ist auch, dass der Hering für den Namen verantwortlich ist, der sich auch in manchen alten Ortssiegeln der Insel wiederfindet. Sild steht im skandinavischen Sprachraum für Hering. Der Heringsfang gewann früh Bedeutung für die Region. Damit in engem Zusammenhang stand die historische Salzgewinnung, welche durch das Verbrennen von salzhaltigem Torf vor allem im Inselosten und im Wattbereich erfolgte. Die Skandinavier bezeichnen mit “sylte” das Einlegen oder Pökeln.
Ein hübscher Gedanke ist auch der Wortursprung ”Silendi”, was soviel wie “Land in der See” bedeutet. Zu guter Letzt wird es gruselig mit der möglichen Abstammung vom altenglischen “sweltan” (sterben, vergehen). Daraus konstruierte die Heimatforschung des 19. Jahrhunderts die stark romantisierende Interpretation der Toteninsel. Auch wenn die moderne Sprachwissenschaft diese Etymologie heute nicht mehr stützt, könnten ungewöhnlich viele Hünengräber die Legende von einem besonderen Bestattungsort einst befeuert haben…