Inselmagazin

Was zwitschert denn da? – Auf der Spur der Vögel

Wenn der Frühling beginnt, liegt ein Zwitschern in der Luft. Damit wird es Zeit hinauszugehen und einmal genauer zu schauen, welche Geschöpfe sich derzeit auf der Insel tummeln. Also Fernglas geschnappt und auf zur Vogelbeobachtung! So lässt sich nicht nur viel über die Tierwelt Sylts erfahren, sondern auch herrlich Abstand vom Alltag gewinnen. Sylt ist wie geschaffen dazu, diese Freizeitbeschäftigung für sich zu entdecken, denn die Insel zählt zu den besten Plätzen für die Beobachtung der gefiederten Freunde in ganz Deutschland.

Große Artenvielfalt

Etwa 240 verschiedene Vogelarten werden hier jährlich registriert. Rund 90 Arten kommen zum Brüten auf die Insel. Der außergewöhnlich große Artenreichtum lässt sich mit der abwechslungsreichen Landschaft begründen. Heidelandschaften, Wiesen, Felder, Seen, Strand, Schilf und Siele schaffen den Tieren einen optimalen Lebensraum.

Frühjahr – beste Zeit für Beobachtungen

Vogelbeobachtungen lassen sich auf Sylt ganzjährig durchführen. Das Frühjahr zählt jedoch zu den besten Terminen. Denn die Anzahl an Vögeln ist dann besonders groß. Bereits im März treffen mit Säbelschnäbler, Rohrweihe oder Uferschnepfe die ersten Brutvögel ein. Im April beginnt die Zeit der Alpenstrandläufer, Knutts und Pfuhlschnepfen. Auch Austernfischer und Seeschwalben lassen sich in ihrem Revier nieder. Im Mai beginnen die Watvögel abzuziehen und Singvögel übernehmen die Regie.

Auch im Herbst ist eine interessante Zeit, um Vögel zu beobachten. Dann treffen mit den Herbststürmen Basstölpel oder Dunkle Sturmtaucher ein. Ringelgänse, Kornweihe oder Krickenten trifft der Vogelbeobachter ab Oktober an. Zu den Lebensräumen der verschiedenen Arten zählen der Strand und die Dünen, Wiesen und Äcker, kleine Wäldchen oder Salzwiesen und Marschland.
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Fernglas zücken bei Hochwasser

Die Vögel profitieren vom großen Nahrungsreichtum des Wattenmeeres und sammeln auf Sylt neue Kräfte für tausende Kilometer an Flugstrecken, die vor ihnen liegen. Dabei sind die Gezeiten maßgebend für den Tagesrhythmus der Vögel. Die beste Zeit für Vogelbeobachtungen ist bei Hochwasser. Dann rasten große Scharen auf den Salzwiesen und vor den Deichen. Bei Ebbe wird es schwieriger, die Vögel in Schwärmen anzutreffen, da sie sich dann großflächig verteilen und im Watt auf Nahrungssuche gehen.

Der Gezeitenkalender liefert dem Vogelkundler wertvolle Hinweise über die günstigsten Beobachtungszeiten. Wer etwa drei Stunden vor Hochwasser mit seinen Beobachtungen beginnt, der besitzt gut Chancen, zahlreiche Vögel vors Auge oder vor die Linse zu bekommen.

Die Hotspots für die Vogelbeobachtung

1. Königshafen, unweit von List

Nördlich des Lister Ortsgebietes lassen sich vom Deich beim Lister Koog die rastenden Vögel sehr gut auch mit bloßem Auge beobachten. Im Frühling lassen sich Knutts und Pfuhlschnepfen beobachten. Im Sommer sind Seeschwalben und Regenbrachvögel anzutreffen.

2. Rantumbecken

Bei einer Wanderung um die Wattenmeerbucht, die in den 1930er Jahren eingedeicht wurde, fällt der Blick auf eine bunte Schar an Wattvögeln. Im Frühling sind Graugänse, Mittelsäger oder Rohrdommeln anzutreffen.

3. Hörnum

Der Wanderweg entlang der Hörnumer Nehrung macht es möglich, dass die Vögel auf dem nicht passierbaren Nehrungshaken aus geringer Distanz beobachtet werden können. Pfuhlschnepfen und Eiderenten eröffnen den Reigen im März. Brandseeschwalben können ab Juli angetroffen werden.

4. Westerland

Auch in Westerland sind Vogelbeobachtungen möglich. Von der Promenade aus können die Seevögel vorm Weststrand sehr gut beobachtet werden. Ab August sind Eissturmvogel, Seetaucher oder Trauerenten anzutreffen.

Für Vogelbeobachtungen werden Fernglas und wetterfeste Kleidung empfohlen. Weiterhin sollte etwas Zeit mitgebracht werden. Ansprechpartner für geführte Vogelbeobachtungen sind das NABU unter www.nabu-sh.de oder die Schutzstation Wattenmeer in Hörnum - telefonisch unter der Rufnummer: 04651-881093 zu erreichen.

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