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Sylt Sehenswürdigkeiten

Entdecken Sie die verschiedensten Aspekte einer faszinierenden Region! Besuchen Sie die Sehenswürdigkeiten auf Sylt. Zu den hier aufgeführten Sehenswürdigkeiten und Highlights lohnt sich auf jeden Fall ein kleiner oder auch größerer Besuch. Für noch mehr Inspiration besuchen Sie auch unsere Sylt Bildergalerie.


© M.Buschmann / Wikimedia Commons

Wattenmeer

Sylt liegt mitten im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Mit einer Fläche von knapp 4500 km² handelt es sich hierbei um den größten Nationalpark Deutschlands. In dieser einzigartigen Umgebung leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wie Miesmuscheln, Strandkrabben oder Nordseegarnelen. Im Frühling und Herbst landen hier Millionen von Zugvögeln auf ihrer Reise in den Süden bzw. in den Norden zurück, um sich im Wattenmeer satt zu fressen. Auf Sandbänken leben Seehunde und Kegelrobben und mit etwas Glück begegnet man im Meer auch dem ein oder anderen Schweinswal. Seit 2009 ist der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer UNESCO-Weltnaturerbe.
Der 1962 gegründete Verein „Schutzstation Wattenmeer e.V.“ hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen einmaligen Lebensraum zu schützen. Dafür will er Interesse, Verständnis und Faszination wecken. Zu diesem Zweck werden zahlreiche Führungen durch das Wattenmeer, faszinierende Vorträge und Seminare organisiert, um interessierten Menschen den sensiblen Lebensraum näher zu bringen.
Bei einem Sylt Urlaub sollte man sich eine Wattwanderung daher auf keinen Fall entgehen lassen. Ob barfuß oder mit Gummistiefeln ist dabei ganz egal – es ist ein einmaliges Erlebnis, das Sie jedoch am besten in einer geführten Wanderung erleben sollten, um nicht plötzlich von der Flut überrascht zu werden.


© AndreasS / Wikimedia Commons

Hindenburgdamm

Um die Insel Sylt zu erreichen, muss man schon seit vielen Jahren kein Schiff mehr betreten. Am 1. Juni 1927 wurde der 11 km lange Hindenburgdamm, der Sylt seither mit dem schleswig-holsteinischen Festland verbindet, eröffnet. Vier Jahre dauerte die Bauphase, in der über 3 m³ Sand und Lehm sowie über 120.000 t Steine verarbeitet wurden. Der damals eingleisige Damm kann seit 1972 zweigleisig befahren werden.

Seinen Namen erhielt der Damm durch den damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Er war der erste offizielle Passagier, der die Strecke zwischen dem letzten Festlandbahnhof Klanxbüll und Westerland mit der Eisenbahn überquerte. Der Name „Hindenburgdamm“ wurde bei der Einweihung nicht offiziell verkündet, setzte sich jedoch bei den Sylter Einwohnern durch. Durch die zweifelhafte Stellung Hindenburgs bei der Machtübernahme Hitlers wurde der Name immer wieder kritisiert, eine Umbenennung des Dammes scheiterte jedoch mehrmals.
Heute dauert die Fahrt auf dem durch Landgewinnungsmaßnahmen mittlerweile nur noch 9 km langen Hindenburgdamm etwa 35 Minuten. Der Damm ist eine reine Eisenbahnstrecke, die Überfahrt mit dem Auto ist jedoch trotzdem kein Problem: Ein Autozug bringt täglich zahlreiche Passagiere mit Ihren Autos nach Sylt.


© public domain

Feuerwehrmuseum

Fans von Feuerwehrautos und Blaulicht sollten sich einen Besuch des Feuerwehrmuseums Keitum bei einem Sylt Urlaub nicht entgehen lassen. Im ehemaligen Spritzenhaus der Keitumer Feuerwehr, direkt gegenüber vom alten Gerätehaus, befindet sich das kleinste Museum der Insel. Seit 1998 werden hier sehenswerte Stücken aus der spannenden Arbeit der Feuerwehr ausgestellt. In dem 1911 erbauten Gebäude kann auf etwa 60 m² Ausstellungsfläche 100 Jahre Feuerwehrgeschichte auf Sylt bestaunt werden. Dafür stehen zahlreiche alte Bilder und Uniformen sowie historische Löschgeräte zur Verfügung. Dabei erfahren Besucher von ehemaligen Feuerwehrleuten viele interessante Informationen über die Arbeit, die Gefahren und über mögliche Brandrisiken.

Der Eintritt inklusive Führung ist frei, die Organisator und freiwilligen Helfer freuen sich jedoch über eine kleine Spende für ihre leidenschaftliche Arbeit.
Normalerweise ist das Museum von April bis Oktober jeden Dienstag von 10.30 Uhr bis 13 Uhr geöffnet. Für die Wintermonate oder für Informationen über eventuelle Abweichungen wenden Sie sich bitte an den Tourismus-Service Keitum.


© Holger Weinandt / Wikimedia Commons

Kirche St. Martin

Die evangelisch-lutherische Kirche St. Martin in Morsum wurde im Jahr 1240 erstmals urkundlich erwähnt, es sprechen jedoch einige Anzeichen dafür, dass sie bereits früher errichtet wurde, so dass sie auch als älteste Kirche Sylts gilt. Benannt wurde sie nach dem Heiligen Martin von Tours, einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche, der auch von der evangelischen Kirche anerkannt wird. Vom Aussehen ähnelt sie dem Wahrzeichen der Insel, der Keitumer Kirche St. Severin, jedoch fehlt St. Martin der Kirchturm. Grund dafür war eine große Armut zur Zeit des Baus, so dass es ihr nicht nur an dem Kirchturm, sondern auch an Größe fehlt. Für die Kirchenglocke wurde neben dem eigentlichen Gebäude ein Holzgerüst, ein so genannter Glockenstapel, gebaut.

Das Gebäude besteht im unteren Teil aus Granitquadern, darüber jedoch aus Backsteinen, was typisch für die Bauweise nordfriesischer Inselkirchen vor der eigentlichen Backsteinzeit war. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein Vorbau hinzugefügt, der als Sakristei diente.

Zahlreiche Kirchenteile mussten im Laufe der Zeit erneuert oder restauriert werden. Dazu gehören der Glockenstapel, der Altar und die Orgel. Zu den ältesten Teilen der Kirche gehören der Taufstein, die Figuren des Flügelaltars sowie das Weihwasserbecken.


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Kupferkanne

Die Kupferkanne ist von der Insel Sylt nicht mehr wegzudenken. Das Café, das neben frischem Kaffee auch hausgemachten Kuchen anbietet, liegt inmitten einer wunderschönen Kiefernlandschaft in Kampen mit Blick auf die Nordsee und das Wattenmeer.

Das Café hat bereits eine fast 70-jährige Geschichte hinter sich. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam der Bildhauer und Oberleutnant Günter Rieck nach Sylt. Nach der Kapitulation wurde ihm als Unterkunft ein in die Erde eingelassener Bunker neben den historischen Hünengräbern zugewiesen, den er unterirdisch zu einer Wohnung inklusive Atelier ausgrub. Hier nutzte er den Schlick aus dem Wattenmeer, um individuelle Vasen zu formen. Freunde kamen bald auf ein Getränk vorbei, was sich herumsprach. 1950 wurden die unterirdischen Gänge des Ateliers zu einem Café umfunktioniert.

Die besondere Mischung aus Kunst, Gastronomie und der Besonderheit der Räume und der Einrichtung zog bereits in den 1950er Jahren zahlreiche Prominente an. Bis heute ist die Kupferkanne Anziehungspunkt für zahlreiche Sylt-Gäste, die den Ausblick in der besonderen Atmosphäre genießen wollen.


© Michael Hoelzl / Wikimedia Commons

Biikebrennen

Ein typisch nordfriesischer Brauch, der auch auf Sylt zelebriert wird, ist das Biikebrennen. Das Volksfest mit mythischem Ursprung wird jedes Jahr am 21. Februar gefeiert und soll den Winter beenden. Dieser wird durch eine Strohpuppe oder Tonne verkörpert, die zu späterer Stunde in das Feuer fällt.

Das Biikebrennen findet traditionell am Tag vor Petri Stuhlfeier statt. Zum einen ist dieser ein Gedenktag der katholischen Kirche, zum anderen aber auch ein wichtiges Datum für alte Bräuche. In einigen Gegenden galt er als Frühlingsbeginn, wichtig für Sylt ist das Datum jedoch für die Schifffahrt im Mittelalter: Hier endete die Winterpause und der Frühling begann, was eine Wiederaufnahme des Walfangs nach einem langen Winter bedeutete. Um die abfahrenden Männer auf den Schiffen möglichst lange zu begleiten, wurden Feuer angezündet, die bis weit auf das Meer zu sehen waren.

Das Biikebrennen gilt auf Sylt als „Nationalfest“, was von einem Großteil der Bevölkerung verfolgt wird. Die Orte und Gemeinden stehen dabei in großer Konkurrenz zueinander, da jeder die größe Biike präsentieren will. Beendet ist das Fest erst, wenn die Tonne oder Strohpuppe ins Feuer fällt.


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Wanderdüne

Die Landschaft Sylts war lange Zeit von Wanderdünen geprägt. Wanderdünen sind Sandaufwehungen, die durch den stetigen Wind ständig weiterwandern. Auf Sylt gab es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sowohl im Norden als auch im Süden Wanderdünen. Vor allem List und Rantum litten in den vergangenen Jahrhunderten häufig unter den Sandbergen, die Acker- und Weideflächen sowie ganze Häuser unter sich begruben. Die meisten Dünen sind heute bepflanzt, so dass sie sich nicht fortbewegen können.
Eine Ausnahme ist Listland, wo sich heute die einzige und letzte Wanderdüne Deutschlands befindet. Durch den stetigen Westwind werden die unbewachsenen Sandberge immer weiter nach Osten gepustet. Das gesamte Gelände zwischen List und dem Weststrand steht somit unter Naturschutz und darf nicht betreten werden. Ausnahme sind die wenigen Wanderwege, die hier eingerichtet wurden und mitten durch das Gebiet führen. Einige der Dünen sind auch hier bepflanzt, die größte der Dünen bewegt sich aber nach wie vor bis zu sieben Meter im Jahr. Durch die Einmaligkeit sollte man sich einen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet nicht entgehen lassen.


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Dorfkirche St. Niels

Die Kirche St. Niels befindet sich im Ortsteil Alt-Westerland. Die Dorfkirche des Hauptortes Sylts liegt in einer schönen Gegend mit historischen Friesenhäusern und ist von einem alten Friedhof umgeben. Neben der Kirche St. Severin in Keitum, dem Wahrzeichen der Insel, tritt St. Niels häufig in den Hintergrund und wird von vielen Urlaubern auf Sylt nicht gefunden. Trotzdem sollte man ihr unbedingt einen Besuch abstatten.

Benannt ist die kleine Kirche nach dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzheiligen der Seefahrer. Errichtet wurde die Dorfkirche im 17. Jahrhundert. Ein Teil des Inventars, wie das Prozessionskreuz über der Apsis oder der Schnitzaltar aus der Spätgotik, stammen aus dem Mittelalter und befanden sich vorher in der alten Kirche von Eidum. Eidum ist ein historischer Ort auf Sylt westlich des heutigen Westerlands, der in mehreren Sturmfluten verheerend überschwemmt wurde, wobei auch die Kirche zerstört wurde. Das noch erhaltene Kirchengut wurde in die daraufhin gebaute Kirche St. Niels gebracht.
Als die Bevölkerung Westerlands im 19. Jahrhundert stark anwuchs, wurde die kleine Dorfkirche St. Niels zu klein. Zwischen 1906 und 1908 wurde die neue, größere Kirche St. Nicolai gebaut. Das evangelisch-lutherische Gotteshaus ist heute das größte auf Sylt.


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Kirche St. Nicolai

Das größte Gotteshaus auf Sylt ist die Kirche St. Nicolai in Westerland. Der dreischiffige Backsteinbau wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut, nachdem die alte Dorfkirche St. Niels zu klein geworden war. Nach dem Baubeginn im Jahr 1906 konnte St. Nicolai 1908 geweiht werden. Benannt wurde das Gotteshaus nach dem griechischen Bischof Nikolaus von Myra, dem Schutzheiligen der Kaufleute und Seefahrer aus dem 4. Jahrhundert.

Der Bau ist in der historistischen Epoche entstanden, einer Zeit, in der man gerne auf ältere Stilrichtungen zurückgriff. So enthält die Kirche St. Nicolai mit seinen Rundbögen und Giebeln Elemente aus der Romanik (etwa 1000 bis 1200 n. Chr.) und der Backsteingotik (12. bis 16. Jahrhundert).

Ursprünglich war das Innere prunkvoll nach byzantinischer Kunst gestaltet. Zu Beginn der 1960er Jahre wurde jedoch viel umgestaltet, so dass die einzigen farbigen Elemente heute die Fenster sind. Das älteste Stück der Kirchenausstattung ist der Taufstein aus Granit aus dem 12./13. Jahrhundert, der aus der versunkenen Kirche des historischen Dorfes Eidum stammt.


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Vogelkoje

Eine Vogelkoje ist eine historische Einrichtung, mit der in vergangenen Zeiten Enten gefangen wurden. Die Vorreiter dieser Technik waren die Niederlande im 16. Jahrhundert, kurz darauf folgten England und seit dem 18. Jahrhundert auch die nordfriesischen Inseln. Im 20. Jahrhundert wurden die meisten Fangeinrichtungen jedoch wieder geschlossen.

Eine Vogelkoje bestand aus einem künstlich angelegten Teich, über das ein Netz gespannt wurde. Am Ende befand sich eine Reuse, durch die Wildenten mit Hilfe von gezähmten Enten in das Netz gelockt wurde, wo den gefangenen Tieren dann vom Betreuer der Koje der Hals umgedreht wurde.

Die Vogelkoje in Kampen war von 1767 bis 1921 in Betrieb. Heute gehört sie zu einer von Sylts zahlreichen Naturschutzgebieten, deren mannigfaltiges Pflanzenbiotop geschützt wird. Besuchern bietet sich hier ein tolles Naturerlebnis, das durch das Restaurant „Vogelkoje“ auch kulinarisch abgerundet wird. Wer mehr Details erfahren möchte, kann an einer der geführten Wanderungen durch das Naturschutzgebiet teilnehmen. Gruppen sollten sich vorher anmelden.


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Rotes Kliff

Das Rote Kliff ist eine der faszinierendsten Steilküsten an der Nordseeküste. Das beeindruckende Kliff entstand vor 120.000 Jahren in der Saleeiszeit, als Gletscher mächtige Gesteinsmassen im Bereich der heutigen Insel Sylt ablagerten. Infolge der Erderwärmung nach dem Ende der Eiszeit stieg der Meeresspiegel durch die Gletscherschmelze an. Landmassen brachen ab und hinterließen eine Abbruchkante, das heutige Kliff. Durch den Kontakt der Landmassen mit dem Sauerstoff in der Lust oxidierten eisenhaltige Bestandteile und färbten die Steilküste rot.

Das Rote Kliff befindet sich zwischen Wenningstedt und Kampen in Richtung der offenen See auf der Westseite der Insel. Für Seefahrer diente es über Jahrhunderte zur Orientierung: Durch seine Einzigartigkeit an den deutschen, dänischen und niederländischen Nordseeküsten war es ein unverkennbares Markenzeichen der Insel Sylt.

Wegen der rötlichen Färbung vermuteten Geologen lange einen erdgeschichtlichen Zusammenhang zwischen dem Roten Kliff und der Hochseeinsel Helgoland. Erst im 19. Jahrhundert konnte dies widerlegt werden.
Bis heute ist das Rote Kliff von Sturmfluten und Landabtragungen gefährdet. Der Küstenschutz versucht, dies durch Sandvorspülungen zu verhindern.


© Bautsch / Wikimedia Commons

Sylt Aquarium

Das Sylt Aquarium in Westerland bietet ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein und ist das ideale Ausflugsziel bei schlechtem Wetter. Entdecken Sie die Unterwasserwelt sowohl heimischer als auch tropischer Meere sowie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Lebensräume. Über 2000 Meeresbewohner warten in 25 Becken, gefüllt mir Meerwasser, auf Sie.

Die „Korallenwelt“ ist mit einem mit 500.000 Litern gefüllten Meerwasser großen Becken das größte des Sylt Aquariums. Hier tummeln sich exotische Fische in schillernden Farben und stellen das Leben im Korallenriff dar. Das zweitgrößte Becken zeigt die Unterwasserwelt der Hochseeinsel Helgoland. In 170.000 Litern Wasser gibt es Nordseefische und –pflanzen zu entdecken. Beide Becken werden durch einen 10 Meter langen Tunnel aus Acryl durchquert, wodurch man sich mitten im Leben der Unterwassertiere befindet.

An den Becken finden Sie auf Tafeln spannende Details über seine Bewohner. Zahlreiche Informationsterminals machen die Besonderheiten der unterschiedlichen Lebensräume mit ihren Tieren deutlich. Wenn Sie noch mehr erfahren möchte, können Sie gerne an einer Fütterung oder einer Fachführung durch das Sylt Aquarium teilnehmen.

Das Bistro „Kombüse“ sowie ein Shop, in dem Mitbringsel wie Plüschtiere oder Schiffsmodelle angeboten werden, laden zum Erholen und Einkaufen ein.

Das Sylt Aquarium ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


© Uwe Barghaan / Wikimedia Commons

Kirche St. Thomas

Die Kirche St. Thomas in Hörnum auf Sylt ist die jüngste unter Denkmalschutz stehende Kirche Schleswig-Holsteins. Sie wurde von 1969 bis 1970 nach Entwürfen des Niebüller Architekten Martin Christiansen auf einer Düne erbaut. Bereits vorher befand sich hier eine Barackenkirche, die provisorisch bis zum Bau einer richtigen Kirche genutzt wurde und heute dem Verein „Schutzstation Wattenmeer e.V.“ als Büro dient.

Die evangelisch-lutherische Kirche ist durch ihre Bauart sehr auffällig: Sie hat die Form eines Segelbootes, was durch die weiße Außenfarbe noch verstärkt wird. Der Altarraum ragt spitz in die Höhe und erinnert an ein großes Segel. Hier ist auch die Glocke untergebracht. Besonders ist auch die Form des gesamten Gebäudes: Anstelle der typischen, rechtwinkelig gebauten Gebäude wurden hier unregelmäßige Drei- und Vierecke mit schrägen Fenstern errichtet.

Im Inneren ist die Kirche relativ schlicht eingerichtet. Die Decke besteht aus Holz, ebenso wie das über dem Altar hängende Kreuz. Trotzdem macht sich hier durch die besondere Form der Bauweise ein ganz besonderer Charme breit. Unterstützt wird dies durch die farbigen Fenster, die die Passionsgeschichte Christi anschaulich wiedergeben.

Die Kirche ist täglich für Besichtigungen geöffnet.


© Holger Weinandt / Wikimedia Commons

Morsumer Kliff

Viel Ruhe und Natur findet man auf Sylt am Morsumer Kliff. Die vielfältige Umgebung mit der Heidelandschaft, der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, dem Wattenmeer und den aus der Steinzeit stammenden Hünengräbern sollte man sich bei einem Besuch auf Sylt unbedingt ansehen.

Das Morsumer Kliff wurde bereits zum Beginn der 1920er Jahre zum Naturschutzgebiet erhoben und gehört damit zu den ältesten Schleswig-Holsteins. Als nach dem Ersten Weltkrieg der Plan eines Dammbaus konkret wurde, sollten Teile des Morsumer Kliffs als Baumaterial für den Hindenburgdamm verwendet werden. Drei Mitglieder der freideutschen Jugendbewegung schafften es, dies zu verhindern. Das Gebiet um das Morsumer Kliff wurde unter Naturschutz gestellt, die drei Aktivisten gründeten den Verein Naturschutz Insel Sylt, aus dem die heutige Naturschutzgemeinschaft Sylt e.V. hervorging.

Am Morsumer Kliff leben zahlreiche Tierarten, allen voran Schmetterlinge und Seevögel. Ornithologen finden hier ein wahres Paradies: Bei Ebbe gehen hier zahlreiche Vögel auf Nahrungssuche, am Strand und am Kliff selbst befinden sich Brutstätten. Bei den Pflanzen dominieren am Kliff Heidegewächse und Strandhafer. Der Strandhafer spielt dabei eine ganz besondere Rolle: Er wächst in den Dünen und verhindert durch seine Wurzeln ein Wandern der Dünen - dies trägt zur Stabilität der Insel bei.


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Musikmuschel

Eines der kulturellen Highlights der Insel Sylt ist die Musikmuschel in Westerland. Hier finden den ganzen Sommer über Konzerte mit klassischer Musik, Musical-Melodien und bekannter Pop- und Schlagermusik statt. Die Veranstaltungen finden unter freiem Himmel statt und sind durch ihre Nähe zum Strand und zum Meer etwas ganz besonderes. Das abwechslungsreiche Programm ist vor allem im Sommer sehr beliebt, so dass man sich rechtzeitig um Karten kümmern sollte.

Der Ursprung der Musikmuschel geht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1879 wurde hier ein kleiner Pavillon mit Bühne erbaut, in dem regelmäßig musikalische Veranstaltungen durch eine Kurkapelle stattfanden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekam Westerland das Stadtrecht verliehen. In diesem Zuge wurde auch die Musikmuschel umgestaltet. Diese Neuerungen hielten jedoch nicht lange an: Eine schwere Sturmflut im November 1911 überschwemmte Westerland und zog den kleinen Musikpavillon auf das Meer hinaus. Sofort wurde die Musikmuschel neu gebaut, wieder in Form eines Pavillons. In den 1920ern Jahren nahm sie eine muschelartige Form an, die der heutigen sehr ähnelt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der kleine Pavillon zu einer festen Kulturinstitution auf Sylt. Nachdem während des Zweiten Weltkrieges jahrelang keine Musik zu hören war, erhielt die Musikmuschel 1949 ihre heutige Form.

Musikveranstaltungen unter dem Namen „Musik am Meer“ begeistern mittlerweile jeden Sommer tausende Gäste.


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Denghoog

Wenn man einmal auf Sylt ist, darf die Besichtigung des größten Hügelgrabs Nord-Westeuropas in Wenningstedt nicht fehlen. Bis heute ist ungeklärt, wie es möglich war, vor mehr als 5000 Jahren dieses mächtige Steingrab zu bauen.
Das Grab ist nach einer Junsteinzeitlichen Periode, der Denghoog-Stufe, benannt. Das Wort „Denghoog“ kommt aus dem Sölring (syltfriesische Sprache) und bedeutet „Thinghügel“. Als Thing wurden Volks- und Gerichtsversammlungen nach dem alten germanischen Recht bezeichnet. Der Ort für eine solche Versammlung lag immer unter freiem Himmel und häufig etwas erhöht. Es ist also möglich, dass sich hier früher Menschen trafen, um Recht zu sprechen. Ursprünglich wurde es aber im 4. Jahrtausend v. Chr. als Grabstätte angelegt.
Die damals als Grabkammer genutzte Auswölbung ist knapp 5 Meter lang, 3 Meter breit und zwischen 1,50 und 1,90 Meter hoch. Die Kammer besteht aus bis zu 18 Tonnen schweren Findlingen aus der Eiszeit. Der Eingang führte ursprünglich durch einen schmalen Gang, heute gelangen Besucher von oben in das Grab.


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Hörnum Odde

Hörnum befindet sich an der südlichen Spitze der Insel Sylt. Hier befindet sich die Hörnum-Odde, eine Dünen- und Heidelandschaft, die die Südspitze bedeckt und bis ans Meer heran führt.

Diese Gegend Sylts ist stark von den Gezeiten geprägt und auch gefährdet. So dauerte eine Umrundung der Hörnum-Odde vor einiger Zeit noch zwischen drei und vier Stunden, heute muss man nur noch etwa die Hälfte der Zeit einplanen.
Das nur noch zwei Kilometer lange Gebiet steht seit 1972 unter Naturschutz. Um noch weiteren Landverlusten durch Sturmfluten und Gezeiten vorzubeugen, werden verschiedene Landgewinnungsmaßnahmen ergriffen. So sollen durch Sandaufspülungen und Tetrapoden – aus Beton errichtete Bauwerke in Form eines Tetraeders für den Küstenschutz – weitere Landverluste verhindert werden.

Wenn Sie mehr über das gefährdete Gebiet erfahren wollen, können Sie gerne eine von dem naturkundlichen Informationszentrum „Schutzstation Wattenmeer“ organisierte Führung mitmachen. Hier erhalten Sie in Watt- und Strandwanderungen, Diavorträgen und Dünenführungen zahlreiche Hintergrundinformationen und einen tiefergehenden Einblick in den Küstenschutz.


© - jkb- / Wikimedia Commons

Braderuper Heide

Die Braderuper Heide ist ein knapp 140 Hektar großes Gebiet zwischen Kampen und Braderup. Heidelandschaften sind in Schleswig-Holstein mittlerweile zu einer Seltenheit geworden. Sylt bildet hier eine Ausnahme: Hier sind etwa die Hälfte aller Heidelandschaften Schleswig-Holsteins zu finden. Dieser Lebensraum bietet einzigartige Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die gut unter extremen Bedingungen wie Trockenheit oder Wind leben können. Aus diesem Grund wurden Heidelandschaften unter den Naturschutz gestellt.

In der Braderuper Heide auf Sylt wachsen hauptsächlich drei Heidearten. Von April bis Mai blüht hier die Krähenbeere, ab Juli die Glockenheide und im Spätsommer die Besenheide. Neben zahlreichen bedrohten Tierarten stehen hier auch einige Pflanzen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.
Um die Heide zu erhalten, muss sie regelmäßig gepflegt werden. Um einer Verholzung und Überalterung vorzubeugen, wird sie seit 1989 regelmäßig durch unterschiedliche Vorgehensweisen gepflegt. Maßnahmen sind beispielsweise das Abtragen der obersten Humusschicht, um das Nachwachsen der Heide aus dem Rohhumus zu ermöglichen, und das Weiden von Heidschnucken.

In der wunderschönen Heidelandschaft kann man bei einem Spaziergang die Natur genießen. Der Blick über die Heideblüten bis hin zum Meer ist einzigartig, den man sich bei einem Urlaub auf Sylt nicht entgehen lassen sollte.


© Marschmensch / Wikimedia Commons

Sylter Heimatmuseum

Das Sylter Heimatmuseum in Keitum befindet sich ein einem ehemaligen Kapitänshaus von 1759. Hier wurde eine imposante Sammlung der Sylter Geschichte zusammengetragen. Zahlreiche Zeugnisse der friesischen Kultur, von Trachten über Schmuck bis hin zu Mobiliar oder Werkzeug, werden hier gezeigt und anschaulich dargestellt.

Die Besucher betreten das Museum durch einen Eingang aus Unterkieferknochen eines Finnwals und tauchen direkt in die bewegte Geschichte der Insel ein.
In der geologischen Abteilung fasziniert die turbulente Entstehungsgeschichte der Insel die Museumsbesucher. Hier erfährt der Inselgast, wie die ersten Kerne Sylts während der vorletzten Eiszeit entstanden und wie wiederholte Schwankungen des Meeresspiegels die Insel – die übrigens nicht immer eine war – in den Jahrtausenden danach formten und die Bewohner zwangen, die Gegend immer wieder zu verlassen.
Zahlreiche im Watt gefundene Megalithgräber zeugen von der ersten Besiedlung der Gegend in der Jungsteinzeit. Die prunkvollen Grabbeigaben aus der Bronzezeit, die im Museum gezeigt werden, zeigen den Reichtum der damaligen Bewohner.
Anhand von Schiffsmodellen, Bildern und Geräten können sich die Besucher über die Geschichte der Seefahrt, die Zeit der Grönlandfahrten und des Walfangs informieren.
Die Kunstabteilung des Sylter Heimatmuseums zeigt Objekte bedeutender Sylter Künstler wie Dierks, Feddersen oder Weidemann. Letzterer verstand es, den Charakter Sylts in farbenfrohen Bildern einzufangen. Eine weitere Abteilung widmet sich bedeutenden „Sylter Persönlichkeiten“, wie dem Verfassungskämpfer und Landvogt Jens Lornsen.

Für Geschichtsinteressierte ist der Besuch des Sylter Heimatmuseums ein Muss, aber auch alle anderen sollten sich die Sylter Schätze nicht entgehen lassen.


© Holger Weinandt / Wikimedia Commons

Tinnumburg

Die Tinnumburg ist eine ringförmige Wallanlage im Sylter Ortsteil Tinnum. Einst befanden sich auf Sylt drei Burgen, von denen die Archsum-Burg zerstört und die Rantum-Burg unter Dünen begraben wurde.

Eine Burg, wie man sie normalerweise im Sprachgebrauch kennt, findet man hier jedoch nicht. Bei der Tinnumburg handelt es sich heute lediglich um einen acht Meter hohen Ringwall mit einem Durchmesser von 120 Metern, der sich inmitten der Landschaft befindet. Bei Ausgrabungen wurden hier Keramikteile aus dem 1. Jahrhundert nach Christi gefunden, was auf ein ähnliches Alter der Burg schließen lässt. Mit einem Alter von 2000 Jahren ist die Tinnumburg daher einer der ältesten Ringwälle Schleswig-Holsteins.

Durch Ausgrabungen kann man auf verschiedene Funktionen der Tinnumburg schließen. Zum einen handelte es sich zu Beginn wahrscheinlich um eine germanische Kultstätte. Zum anderen schützten sich die Inselbewohner des 9. und 10. Jahrhunderts hier vermutlich gegen vordringende Wikinger, die sich zu dieser Zeit immer weiter gen Süden bewegten. Im späten Mittelalter ist es auch denkbar, dass sie als so genannte Zwingburg diente, über die die Bevölkerung Abgaben an die dänische Obrigkeit entrichten musste.

Überlegungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die Tinnumburg als touristischen Anziehungspunkt zu nutzen und hier zum Beispiel ein Freilichtmuseum einzurichten, scheiterten. Eine Besichtigung des frei zugänglichen Ringwalls ist jedoch jederzeit möglich.

Altfriesisches Haus

Das Altfriesische Haus in Keitum auf Sylt zeigt anschaulich das Leben auf der Insel im 18. Jahrhundert. Das Gebäude wurde bereits 1739 errichtet, so dass schon die Bauweise des Hauses typisch ist für die damalige Zeit. In Verbindung mit der originalgetreuen Einrichtung bietet sich den Besuchern im Altfriesischen Haus ein guter Einblick in die Sylter Wohnkultur. Eigentümer war der Sylter Lehrer und Chronist Christian Peter Hansen bis zu seinem Tod 1879, der in diesem Haus wohnte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb der Sylter Verein „Söl’ring Foriining e.V.“, der sich um den Küsten- und Landschaftsschutz sowie um das Thema Brauchtum kümmert, das Haus und richtete das Altfriesische Museum ein.

Hier befindet sich neben der originalen Einrichtung auch eine Museumsweberei. Das traditionelle Handwerk wird den Besuchern in Vorführungen und kleinen Dokumentationen an unterschiedlichen Webstühlen deutlich gemacht. Wer die handwerkliche Kunst gerne selbst ausprobieren möchte, ist herzlich dazu eingeladen, an einem der Modellwebstühle ein eigenes Stück Stoff zu fertigen, das dann in den Museumsverkauf kommt. Mit den Erlösen wird das Altfriesische Museum unterstützt.


© Brühl / Wikimedia Commons

Kirchenkonzerte Keitum

Ein besonderes Highlight auf Sylt ist das wöchentliche Kirchenkonzert, das jeden Mittwoch um 20.15 Uhr in der St. Severin Kirche in Keitum stattfindet.

St. Severin ist eine evangelisch-lutherische Kirche und eines der Wahrzeichen Sylts. Benannt ist sie nach Severin von Köln, einem Bischof aus dem 4. Jahrhundert. Im Jahr 1240 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Der Dachstuhl der Kirche stammt vermutlich sogar aus dem Jahr 1216, so dass es sich wahrscheinlich um die älteste Kirche Sylts handelt. Der Turm wurde erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet und diente etwa 150 Jahre lang als Seezeichen, das den Schiffen die Navigation erleichterte.

Das Kircheninnere mit seinen romanischen Stilelementen, dem etwa 1000 Jahre alten Taufstein sowie dem Altar aus dem 15. und der Kanzel aus dem 16. Jahrhundert sorgt für ein ganz besonderes Flair, das der Stimmung bei den Kirchenkonzerten entgegen kommt. Um Karten sollte man sich dabei rechtzeitig kümmern, da die Konzerte fast immer ausverkauft sind. Der Organist Alexander Ivanov hat durch sein Können auch zum Bekanntheitsgrad der Kirchenkonzerte in St. Severin beigetragen. Genießen Sie die einzigartige Atmosphäre und lauschen Sie den Klängen!


© Fritz Geller-Grimm / Wikimedia Commons

Kliffweg

„Das grüne Vergessen“ – so nannte Max Frisch den idyllischen Wanderweg, der die etwa sieben Kilometer lange Strecke zwischen Keitum und Kampen überbrückt. Er ist einer der schönsten Wanderwege der Insel, der sich besonders idyllisch darstellt, wenn sich hier nur wenige Menschen befinden.

Die Bezeichnung „Das grüne Vergessen“ zeigt bereits, dass sich der Wanderweg inmitten grüner Natur befindet. Unterstützt wurde dies im 19. Jahrhundert von dem Sylter Lehrer und Chronisten Christian Peter Hansen, kurz auch C.P. Hansen genannt. Er gilt als wichtigster Chronist der Insel Sylt, der zahlreiche regionale Bräuche niederschrieb und den heute sehr beliebten Brauch des Biikebrennens wieder auf Sylt einführte. Er war es auch, der sich für die Anpflanzung von Bäumen in Keitum einsetzte und eine grüne Oase schaffte. Dazu kommt die verwunschene Atmosphäre des ehemaligen Hauptortes der Insel: In Keitum befinden sich neben dem üppigen Grün auch hervorragend erhaltene Friesenhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie zahlreiche verschlungene Wege durch den historischen Ortskern, was einen Spaziergang durch den Ort und eine Wanderung den Kliffweg entlang zu einem einmaligen Erlebnis macht.


© Brühl / Wikimedia Commons

Friedhof der Heimatlosen

Ein "Friedhof der Heimatlosen" bezeichnet einen Friedhof, auf dem vorwiegend unbekannte Todesopfer begraben sind, die nach Schiffsuntergängen und schweren Stürmen an den Strand gespült wurden. Diejenigen, die nicht mehr identifizierbar waren, wurden aus Mangel an Informationen über Person oder Heimatort auf so einem Friedhof begraben. Die ersten existierten bereits im 18. Jahrhundert, spätestens im 19. Jahrhundert verbreiteten sie sich jedoch in vielen Küstenregionen. Vorher wurden die Toten provisorisch begraben, um keine Touristen mit herumliegenden Leichen zu verschrecken.

Auch in Westerland existiert ein solcher Friedhof. Er wurde 1855 angelegt und beherbergt Todesopfer, die an den Sylter Stränden angespült wurden. Jedes Grab wird mit einem Holzkreuz geschmückt, das jeweils Datum und Ort des Fundes trägt.

Als die Königin von Rumänien gegen Ende des 19. Jahrhunderts einige Zeit auf Sylt verbrachte, ging ihr das Schicksal der Toten so nahe, dass sie eine Gedenktafel mit folgendem Text aufstellen ließ: „Wir sind ein Volk vom Strom der Zeit. Gespült zum Erdeneiland, voll Unfall und voll Herzeleid bis heim uns holt der Heiland. Das Vaterhaus ist immer nah, wie wechselnd auch die Lose. Es ist das Kreuz von Golgatha, Heimat für Heimatlose“.


© Magnus Manske / Wikimedia Commons

Rathaus und Casino in Westerland

Das Westerländer Rathaus befindet sich in dem ehemaligen Kurhaus, das im Jahr 1897 errichtet wurde. An gleicher Stelle wurde bereits 1878 das erste Westerländer Kurhaus errichtet, das im September 1893 vollständig abbrannte. Dazu trug auch die Bauweise des Gebäudes bei, das komplett aus Holz bestand.

Nur wenige Jahre später wurde der Bau eines neuen Kurhauses beschlossen. Die Baumaßnahmen dauerten etwa ein Jahr, bis das Gebäude im nordisch-friesischen Stil im Juni 1898 eingeweiht werden konnte.

1933 wurde in dem neuen Kurhaus das Rathaus, im großen Rathaussaal eine Stadthalle eingerichtet. In dem Saal finden bis heute regelmäßig Veranstaltungen statt. 1949 fand hier auch das Westerländer Casino Platz, das bis heute jedes Jahr zahlreiche Gäste anzieht. Roulette, Black Jack und Poker kann man hier genauso spielen wie Baccara oder eine Partie an den Spielautomaten. Das Casino Westerland ist übrigens die kleinste Spielbank Deutschlands. Hier wird in der casinoeigenen Bar natürlich auch mit einer großen Getränkeauswahl für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.