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Artikel erstellt am 17.08.2016

Spaziergang auf Sylt – Teil 3

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen – und damit das auch für den nächsten Sylturlaub gilt, verraten wir heute wieder die Hintergründe zu zwei Sylter Straßennamen. Dabei setzen wir unsere Spaziergang-Serie in Hörnum fort und begeben uns zu Straßen mit weniger rätselhaften Namen, die allerdings nichtsdestoweniger wichtige Zeitzeugen der Sylter Vergangenheit sind und ganz eigene, spannende Geschichten zu erzählen haben.

Heute geht es in die Schulstraße, eine Querstraße der Budersandstraße, dessen Namensentstehung wir in unserem letzten Beitrag offenbart haben. Von dort aus führt der Spaziergang uns dann über den oberen Dünenweg direkt an die Westküste Hörnums in die Hafenstraße und damit zu einem weiteren wichtigen Teil der bewegten Inselgeschichte.


Die Schulstraße – lernen in einzigartiger Lage

Auf einer Düne oberhalb des Hafens befand sich bis vor einigen Jahren die kleine Grundschule, die namensgebend für die Schulstraße war. Die Schule war jedoch bis Anfang des 20. Jahrhunderts noch in einem kleinen zum Klassenzimmer umfunktionierten Raum im Hörnumer Leuchtturm untergebracht. Früher ein verschlafenes Dorf mit kaum mehr als zwei Dutzend Einwohnern, brauchte es lange Zeit auch keine größeren Räumlichkeiten. So erklomm jeden Morgen eine sehr überschaubare Anzahl an Schülern den Weg die Düne hinauf zum Leuchtturm, die Wendeltreppe empor, an Maschinenräumen vorbei und bis in den 30 Meter hoch gelegenen Klassenraum.

Heute erinnert im Außenanstrich des Leuchtturms ein weißer Strich an die Lage des runden Klassenzimmers. Dort fiel es den Kindern nicht immer so leicht sich zu konzentrieren, denn wenn sich zum Beispiel in der Ferne am Horizont ein Schiff zeigte, schweiften die Blicke schnell von den Schulbüchern ab und aus dem Fenster hinaus. Dabei verlief der Unterricht hier recht unorthodox, wie ein altes Zeitungsfoto aus früheren Tagen beweist, auf dem sich ein Lehrer mit seinen zwei Schülern über die Brüstung des Turms beugt, um physikalische Gesetze an hinabfallenden Gegenständen anschaulich zu erklären.


Die Hafenstraße – Direktverbindung nach Hamburg

Hörnum verdankt seinem Hafen den Aufstieg vom verschlafenen Fischernest zum beliebten Familienbad. Die hiesige Hafenstraße hätte aber ebenso auch „Albert-Ballin-Straße“ heißen können, da der Hamburger Reeder maßgeblich am Aufschwung des Hafens beteiligt war. Etwa zur Jahrhundertwende suchte er nach einer schnelleren Alternative zu der 1891 von ihm aufgebauten Nordseelinie. Diese führte die aus Hamburg kommenden Bäderdampfer an der Sylter Westküste hinauf um den Lister Ellenbogen und bis zum Ankerplatz im sogenannten „Pandertief“ vor Munkmarsch.

Von hier aus mussten die Passagiere in kleinere Schiffe mit geringerem Tiefgang umsteigen, um an den Hafen zu kommen – eine umständliche Strapaze, bei der die Passagiere außerdem stark von Ebbe und Flut abhängig waren. Nach der ersten Testfahrt mit dem Dampfer „Patriot“ im Sommer 1893 nach Hörnum war schnell klar, dass der hiesige natürliche Hafen der perfekte Anlegeplatz ist, sodass Albert Ballin in den Bau einer Kleinbahn mitten durch die Dünen investierte und zusätzlich eine 156 Meter lange Anlegerbrücke baute.

Die Jungfernfahrt auf der neuen Linie bestritt am 29.06.1901 der Raddampfer „Cobra“, der um 8 Uhr morgens an den St. Pauli Landungsbrücken ablegte und nach einem Zwischenstopp vor Helgoland und einer neunstündigen Fahrt den Hafen von Hörnum erreichte. Innerhalb der ersten drei Monate beförderte die „Cobra“ auf diesem Wege bereits knapp 1500 Passagiere nach Sylt und es wurden weitere Schiffe zu einer Flotte hinzugefügt.

Bis in den 30er Jahren der Hindenburgdamm gebaut wurde, erfreute sich der Hörnumer Hafen großer Beliebtheit. Im Eiswinter 1947 verlor er jedoch schließlich mit seiner Seebrücke das letzte Relikt seiner Glanzzeiten und somit auch seine Bedeutung für den Sylter Schiffsverkehr. Heute beherbergt der Hafen einen Yachtclub sowie den Verkaufspunkt einer Reederei und besticht vor allem durch seine idyllisch-maritime Atmosphäre.

Alle guten Dinge sind drei! Daher war dies nun der dritte und letzte Teil unserer Spaziergang Blogserie aus Hörnum. In der kommenden Folge wenden wir dem südlichsten aller Sylter Orte den Rücken zu und wandern ein kleines Stück weiter nördlich in den nächstgelegenen Ortsteil Rantum.
Bis dahin wünscht Travanto allen Sylt Urlaubern – egal ob in Hörnum, Rantum oder in einem der anderen liebenswerten Orte der Insel – eine traumhaft schöne Zeit auf der Lieblingsinsel mit vielen abwechslungsreichen Spaziergängen.



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