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Regionale Besonderheiten auf Sylt

Sylter SpezialitätenKultur und Tradition

Kultur und Tradition

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Kultur kennenlernen

Genau wie auch viele andere nordfriesische Orte an der Küste wartet Sylt mit einer lebendigen und bewegten Geschichte auf. Mythen und Legenden von Seefahrern, Piraten und Walfängern, von Wikingern, Friesen und Sachsen ranken sich um die Insel. Im Laufe der Jahrhunderte haben auf diese Weise die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse dieses Fleckchen Erde geprägt. Daraus sind Traditionen und Brauchtümer erwachsen, die bis heute Bestand haben, indem sie von allen Generationen liebevoll gepflegt werden. Kulturbegeisterte, die die Sylter Traditionen und Brauchtümer genauer erkunden möchte, sollten auf jeden Fall die Museen der Insel besuchen, zum Beispiel das Altfriesische Haus (Am Kliff 13, Keitum), das Sylter Heimatmuseum (Am Kliff 19, Keitum), das Feuerwehrmuseum (C.P.-Hansen-Allee 9, Keitum) oder die Kampener Vogelkoje (Lister Straße 9, Kampen).

Festtage und Bräuche

Eine alte Sylter Tradition sind die Biikefeuer. Einst waren sie heidnische Opferrituale, die die Götter gnädig stimmen sollten und den Glauben an die Naturkräfte symbolisierten. Später sollten die Biiken den Winter vertreiben und den Seefahrern Geleit geben. Zugleich dienten sie bisweilen als Warnsignal, wenn etwa Piraten vor der Küste aufkreuzten. Noch heute versammeln sich die Sylter am 21. Februar jeden Jahres um die Biiken. Etwas jünger ist die dazugehörige Tradition des Biike-Essens – ein traditioneller Schmaus aus Grünkohl mit Kasseler, Kochwurst und Bratkartoffeln, den auch die modernen Restaurants an jedem 21. Februar noch auftischen.

Einen Tag nach dem Biikebrennen ist Petri-Tag, ein Tag, der traditionellerweise der Sylter Jugend gehört. An diesem Tag findet in allen Orten ein Kindertanz statt. Das Schönste für viele kleine Sylter: Es gibt sogar schulfrei. Ursprünglich geht der Petri Tag auf einen Gerichts-Tag zurück, bei denen die Männer ihre rechtlichen Angelegenheiten klärten. Um die erfolgreichen Übereinkünfte zu feiern, wurden die Einheimischen mit einem rauschenden Fest belohnt.

Söl'ring - die Sylter Sprache

Das Sylter Selbstbewusstsein zeigt sich auch in der Pflege des besonderen Sylter Dialekts: des Söl'ring. Auch wenn es gern als Dialekt bezeichnet wird, so ist es als eigenständige Sprache zu betrachten. Damit diese friesische Sprache nicht in Vergessenheit gerät, wurde sie in der Gemeinde Sylt-Ost sogar als ein fester Bestandteil des Grundschulunterrichts eingeführt. Dennoch ist das Söl'ring vom Aussterben bedroht: Gegenwärtig sind nur noch vier Prozent der Sylter der Sprache mächtig. Das ist kaum nachzuvollzuiehen, klingt sie durch ihre englischen, holländischen, dänischen und friesischen Sprachelemente vielen Norddeutschen vertraut. Ein Grund für diesen abwechslungsreichen Mix aus unterschiedlichen Ländern ist natürlich die Seefahrerleidenschaft der Sylter gewesen, auf denen die einen oder anderen Ausdrücke ihren Weg in die Sprache schafften. Damit das Söl‘ring nicht vollkommen in Vergessenheit gerät, hat es sich der Söl’ring Foriining zur Aufgabe macht, dieses bedeutende Kulturgut durch zahlreiche Aktionen aufrecht zu erhalten.

Hünengräber auf Sylt

Manifeste der wilden Vergangenheit Sylts sind unter anderem Gräber und Kultstätten. Insgesamt sollen sich 400 Grabhügel und Hünengräber auf Sylt befinden, deren genaue Orte heute nicht mehr ganz ermittelbar sind. Bekannte Grabstätten sind beispielsweise Tipkenhoog und der Harthoog am Keitumer Kliff. Hier, so heißt es, lagerten unermessliche Schätze und Reichtümer. Daher hat die Schatzsuche eine lange Tradition auf Sylt. Dies ging so weit, dass sogar ein „Verein zum Hügelausgraben“ gegründet wurde – dessen Mitglieder allerdings nicht ganz so erfolgreich waren wie Schliemanns Erben. Spannend in diesem Zusammenhang ist auch das Steinzeitgrab Denhoog, das mit fünf Metern Länge und drei Metern Breite das größte begehbare Steinzeitgrab in Schleswig-Holstein ist.

© LACMA / Wikimedia Commons [gemeinfrei]

Trachten auf Sylt

Dass die Sylter auf ihre Kultur stolz sind, wird offen nach außen getragen. So zeigen sich rund 100 Sylterinnen und Sylter auch heute noch regelmäßig in der typischen schwarz-rot-weißen Tracht, die mit äußerst eigenwilligen Hüten gekrönt wird. Diese stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert, als die Seefahrt der Insel einen gewissen Wohlstand einbrachte und Bekleidung aus Samt und Seide getragen wurde. Die Seefahrt ermöglichte auch, die Traditionskleidung mit allerlei Goldschmuck zur Hochzeit aufzuhübschen. Das Hochzeitsgewand nannte sich deshalb auch Gulet Kartel – goldenes Kleid. Erste Spuren der Tracht führen allerdings schon bis zum Jahre 1597 zurück, wobei sie zu dieser Zeit wesentlich schlichter gestaltet war. Bei einem Trachtentanz hat man als Besucher die Gelegenheit, ein bedeutendes Kulturgut zu sehen, das für viele Sylter ein Stück nordfriesische Identität ist.