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© 4028mdk09 / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]
Artikel erstellt am 18.11.2011

Tierische Einwanderer

Vor Tausenden von Jahren durchstreiften Moschusochsen und Mammuts, später Rentierherden und mächtige Hirsche das Gebiet des heutigen Sylt, das damals noch Teil des Festlands war. Erst durch die Inselbildung vor etwa 10.000 Jahren schrumpfte die Artenvielfalt abgesehen von der Vogelwelt nachhaltig. Und erst ein, zwei Jahrhunderte ist es her, dass Sylt wieder verstärkt besiedelt wurde. Zunächst waren es Wildkaninchen, die Sylter Seefahrer anno 1732 mitbrachten. Als sich im Winter 1813/14 über mehrere Wochen eine feste Eisdecke zwischen Insel und Festland bildete, befürchteten die Sylter einen Überfall der Kosaken – statt derer kamen die ersten Füchse übers Eis.

Zauneidechsen, Ratten und Igel reisten derweil als blinde Passagiere ein – sie wurden durch Buschmaterial eingeschleppt, das auf Sylt für den Küstenschutz Verwendung fand. Mit der Fertigstellung des Hindenburgdamms im Jahre 1927 bot sich auch für andere Tiere ein Weg. Hasen, Wiesel und Marder eroberten das Eiland. 1935 erbeuteten Jäger gleich fünf Iltisse, im selben Jahr machte sich der erste Maulwurf bemerkbar. 1953 fand ein Morsumer Landwirt einen toten Dachs vor seinem Bau. Danach blieb es um die nachtaktiven Räuber lange Zeit ruhig; erst seit etwa 1990 werden auf der Insel vermehrt Dachse gesichtet.

Doch nicht alle Tiere kamen auf dem Schleichweg nach Sylt. So setzte die Jägerschaft in den 1950-er Jahren erstmals Hasen, Fasane und Rebhühner aus. 1959 wurden die ersten, aus Dänemark “importierten” Rehe – zwei Böcke und vier tragende Ricken – in ihr neues Revier im Süden Westerlands entlassen. Heute beläuft sich die Population inselweit auf etwa 40 Tiere.

Vereinzelt verschwanden auf Sylt in den vergangenen Jahrzehnten auch Arten. So nistete etwa das letzte Brutpaar des Storches im Jahre 1907 im Osten Westerlands.