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© Jasmin Bauomy
Artikel erstellt am 11.09.2015

Sylter Städtepartnerschaft - Gegensätze ziehen sich an

Städtepartnerschaften werden aus den verschiedensten Gründen geschlossen. Oftmals lassen sich geschichtliche Parallelen ziehen, die Ortsnamen haben etwas gemeinsam oder berühmte Personen sind mit den verpartnerten Städten verbunden. Manchmal sind es auch gerade die Gegensätze, die eine Städtepartnerschaft ausmachen und die Gemeinsamkeiten offenbaren sich erst auf dem zweiten Blick.


Meer trifft auf Berge

So verhält es sich auch mit dem Sylter Bilderbuchort Kampen und der österreichischen Touristenhochburg Lech. Die Partnerschaft beider Ortschaften wurde im Jahre 2002 besiegelt. Besucher werden auf die Verbindung beider Ortschaften aufmerksam, wenn sie an Kampens Hauptstrand verdutzt die Gondel einer Kabinenbahn vorfinden. Nicht anders ergeht es den Touristen in der Alpenrepublik, wenn ihnen das Reetdach eines Bus-Wartehäuschens fehl am Platze vorkommt.


Wenn auch mehr als 1.000 Kilometer und ganze 1.450 Höhenmeter zwischen beiden Ortschaften liegen, es gibt durchaus auch Gemeinsamkeiten. Beide Orte haben sich heute dem Fremdenverkehr verschrieben, können und wollen aber ihren dörflichen Charakter nicht verleugnen. Herzliche Gastgeber finden sich an beiden Orten und internationale und häufig auch prominente Gäste schätzen das Flair zwischen Beschaulichkeit und Weltoffenheit.


Die Geschichte Kampens

In Kampen wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts Landwirtschaft betrieben. Dies dürfte in Lech nicht anders gewesen sein. Touristisch erschlossen wurde Kampen vergleichsweise spät. Erst um 1920 tummelten sich hier die Badelustigen. Bausünden werden in Kampen und auch in Lech vermieden. Prominenz aus Film und Fernsehen fand früh nach Kampen und ist auch im Lecher Skizirkus nicht mehr wegzudenken.


Die Geschichte Lechs

Die Siedlung Lech wurde um 1400 von Walsern gegründet. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Ortschaft als "Tannberg" bezeichnet. Aus "Tannberg am Lech" entstand dann der letztliche Ortsname. Auch in Lech gewann der Tourismus erst vor einigen Jahrzehnten an Bedeutung zu. Anziehungspunkt für Feriengäste war hier natürlich nicht das Meer, sondern die Wintersportgebiete.


Typisch Kampen





Kommen Urlauber aus der Partnergemeinde nach Kampen, dann werden sie sich an allerlei Kontrasten erfreuen können. Die höchste Erhebung misst für die Österreicher wohl eher flache 52,5 Meter. Neben der Uwe Düne lohnt es auch, die Kampener Vogelkoje zu besichtigen. Das Naturschutzgebiet ist ein Tummelplatz für Wasservögel. Als wasserscheu sollten sich die Vorarlberger nicht erweisen, denn schließlich zählt ein Bad in der Nordsee zum Muss für jeden, der die Insel besucht. Bei einer Wattwanderung werden die Bergschuhe gegen Gummistiefel eingetauscht und romantisch wird es allemal, wenn am Roten Kliff die Sonne im Meer versinkt.


Typisch Lech

Kampener in Lech finden sich im Vorarlberger Bezirk Bludenz wieder. Der Wintersportort am Arlberg liegt auf 1.444 Metern Seehöhe und mehr als die Hälfte des Ortsgebietes besteht aus alpinem Gelände. Kontrastreicher könnte die Aussicht also kaum sein. Die Kirche weist ein für die Region typisches Zwiebeldach auf. Über die Lebensbedingungen der Bewohner können sich Besucher im Museum Huber-Haus informieren. Kommen Flachländer in die Berge, dann sollten sie sich auch mit Skiern anfreunden. Einen ersten Schritt in dieser Richtung können sie im Kästle-Mountain Museum unternehmen, denn hier wird über die Ski-Marke Kästle und deren Bezug zu Lech informiert.


Eine Partnerschaft, die wächst und gedeiht





Da Gegensätze sich ja bekanntlich anziehen, wird es nicht lange währen, bis sich die Sylter mit den Bergen und die Lecher mit dem Meer angefreundet haben. An der Sturmhaube, dem Hauptstrand, dem Dünensteg und der Buhne 16 ist schon mancher Alpenländer in die Fluten gestiegen oder hat sich im Winter einen Eierpunsch genehmigt und den weiten Horizont gelobt. Schnallen sich dagegen die Sylter die Skier um, dann werden sie zunächst wohl etwas Übung brauchen, bis sie die 340 km Pisten und 200 km Abfahrten in Angriff nehmen können. So wächst auf Sylt und am Arlberg zusammen, was zusammen gehört, sei es auch nur als Zuschauer beim Weißen Ring, dem längsten Skirennen der Welt.