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© Hans Peter Dehn / Pixelio [redaktionelle und kommerzielle Nutzung]
Artikel erstellt am 12.02.2015

Die Biike brennt! - Eine Insel ist Feuer und Flamme

Insel Sylt, Samstag, 21.02.2015

Am 21. Februar gerät auf Sylt so einiges außer Rand und Band. Feuer lodern, ein unverständlicher Dialekt ist zu hören und überall scheint Party-Stimmung zu herrschen. So oder ähnlich werden es die ersten Urlauber empfinden, die sich Ende Februar auf die Insel begeben, um die Saison einzuläuten. Das Biikebrennen ist ein uralter Brauch, der bis in das 19. Jahrhundert auch auf dem nordfriesischen Festland gepflegt wurde. Der Ursprung des Entzündens der Feuer bleibt wohl in der Geschichte verborgen. Für viele ist das Biikebrennen die friesische Antwort auf die Osterfeuer. Doch der Winter lässt sich Ende Februar nicht so leicht verabschieden, sondern hat die Insel meist noch fest im Griff, wenn die letzten Weihnachtsbäume den Flammen übergeben werden. In vergangenen Jahrhunderten könnten die Feuer zur Abschreckung der bösen Geister gedient haben. Plausibler scheint die Erklärung, dass mit dem Biikebrennen die Walfänger aufs Meer verabschiedet wurden. Eine Sylter Legende spinnt den Faden noch etwas weiter und erzählt davon, dass die Frauen der Walfänger den Männern auf den Nachbarinseln damit signalisieren wollten, dass sie nun allein sind und nichts gegen Besuche einzuwenden haben.

Die Geschichte des Biikebrennens

Ganz gleich, welche Story nun wahr oder Seemannsgarn ist, das Biikebrennen ist auf Sylt zu einer Art Nationalfeiertag geworden. Diesen Tag müssen Sie einfach miterleben, um sich Ihren eigenen Reim auf die Friesen in Feierlaune machen zu können. Bei Einbruch der Dunkelheit marschieren die Sylter mit ihren Fackeln zu den Biikeplätzen. Davon gibt es ganze neun Stück auf der Insel. Aus Tannenbäumen und anderen Grünabfällen werden riesige Scheiterhaufen aufgetürmt. In vergangenen Jahrhunderten entzündete man das Feuer direkt am Strand mit einfachen Leuchtbaken. Mit den Fackeln werden die Feuer entfacht und das Petermännchen muss um sein Leben bangen. Die Strohpuppe wird aber auch hin und wieder durch ein Holzfass ersetzt, wird dieses Opfer der Flammen, dann sind die Tage des Winters gezählt, so die Überlieferung. Das Biikebrennen wird begleitet von Gedichten und Reden in Söl`ring Friesisch. Keine Angst, für Touristen sind auch einige deutsche Texte dabei. Verglimmt das Feuer, ist der Abend noch lange nicht zu Ende, denn dann trifft man sich zum Grünkohlessen und die Biike-Party kann beginnen. Dabei sind ganze Familien begeistert am Start. Zum Glück kann man ausschlafen, denn der nächste Tag ist ein Sonntag. Und wenn das Biikebrennen mal wieder unter der Woche stattfindet, heißt es für den darauf folgenden Tag für alle Kinder "schulfrei", denn dann ist Petritag.

Biikeparties auf der ganzen Insel

Traditionell laden die Gemeinden Wenningstedt-Braderup und Kampen zu gemeinsamen Feierlichkeiten ein. Treffpunkt ist ab 17.30 Uhr die Friesenkapelle. Hier werden Sie nicht nur mit Fackeln sondern auch mit Punsch und Grünkohlsuppe versorgt. Um 19 Uhr beginnt das Feuer auf dem Biikeplatz hinter der Nörddörfer Halle zu lodern. Es werden Ansprachen in Friesisch und Hochdeutsch gehalten und auch der Norddörfer Musikverein lässt es sich nicht nehmen, für Stimmung zu sorgen. Die Biike Party mit großem Grünkohlessen beginnt um 20 Uhr im Kursaal des neuen Hauses am Kliff. Bei Live Musik von Second Take werden Sie das Tanzbein schwingen können. Das Ticket für den Abend kostet 29,50 €. Partystimmung herrscht auch im Kampener Muasem Hüs, wo Sie sich am Grünkohl Buffet bedienen können und Stimmungskanone Peter Petersen Ihnen gemeinsam mit seiner Band “Sugar Daddies” kräftig einheizen wird. Karten erhalten Sie an allen Vorverkaufsstellen auf der Insel zum Preis von 19,50 €.

In Hörnum beginnt der Fackelzug um 17.45 Uhr. Die Fackeln werden am Tourismus-Service ausgegeben. Entzündet wird das Biikefeuer am Campingplatz. Am späten Abend tischen die örtlichen Restaurants Grünkohlgerichte auf. Auch im Keitumer Friesensaal können Sie sich mit Grünkohl satt essen. Dazu schmecken Bratkartoffeln und hausgemachte Wurstspezialitäten. Anschließend bittet man auf die Tanzfläche. Für die Veranstaltung wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 20 € per Vorkasse erbeten.