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© Joost J. Bakker / Wikimedia Commons [CC BY 2.0]
Artikel erstellt am 28.10.2011

Keitum auf großer Fahrt

Seit dem Jahr 2003 verfügt Westerland über einen rollenden Botschafter: Am Bahnhof des Nordseebades wurde ein “ICE”-Zug auf den Namen der Inselmetropole getauft und an den beiden Enden des Zuges mit dem Stadtwappen dekoriert. Westerlands Bürgermeisterin Petra Reiber: “Ich hoffe, dass der Name des Zuges unterwegs viele Reisende anregt, einmal unsere Insel zu besuchen.” Denn, paradoxe Tatsache: Der bis zu 200 km/h schnelle Zug der neusten “ICE”-Generation wurde fernab von Westerland und der Nordsee in Hessen und Bayern eingesetzt. Eine nette Idee, doch so neu nicht.

Im Jahr 2000 wurde ein Containerschiff beim Stapellauf auf der polnischen Werft Stocznia Gdynia ebenfalls auf den Namen “Westerland” getauft, seitdem pendelt es mit einer Fracht von maximal 520 Containern zwischen Europa und der Ostküste Südamerikas. Und 2001 wurden betuchten Anlegern zwei Schiffsbeteiligungen offeriert: Wer mindestens 15.000 Euro berappte, der profitierte von den Erlösen der beiden jeweils für 18 Millionen Euro gebauten Containerschiffe “MS Kampen” und “MS Keitum”.

Bereits im Jahre 1958 lockte in der Presse ein ungewöhnliches Pauschalangebot: “55 Tage Tinnum für 1500 Mark”. Doch bei aller Liebe: Wer hat schon die Zeit für einen achtwöchigen Sylt-Urlaub? Tatsächlich aber wurde da keine Ferienwohnung auf Sylt, sondern die Mitreise auf dem Containerschiff “Tinnum” – 4194 Bruttoregistertonnen, Baujahr 1922 – offeriert. Von Hamburg führte die Route über Rotterdam bis nach Ägypten und retour. Bis zu sechs Passagiere durften mitreisen.

Die Reederei hatte jedoch noch mehr Sylt im Angebot. Denn der Reeder war mit der Insel eng verbunden, besaß ein Ferienhaus in Kampen und taufte mehrere Schiffe auf Sylter Ortsnamen. Und so schipperten auch “Keitum”, “Morsum”, “Archsum”, “Rantum” und “Hörnum” über die Weltmeere. Bei der Einstellung neuer Matrosen wurden Sylter übrigens stets bevorzugt.