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© Dirk Ingo Franke / Wikimedia Commons [CC BY-SA 3.0]
Artikel erstellt am 17.06.2011

Sylter Traditionen

Heute sind es acht Vereine – fünf Männerclubs und drei Amazonenriegen –, die in den Sylter Ostdörfern ihre Turniere austragen. Dabei gilt es für die Ringreiter, einen winzigen, an einem Seil hängenden Messingring aus dem Galopp heraus mit der Lanze aufzuspießen. Wem dieses Kunststück drei Mal gelingt, darf sich mit der Würde des Ringreiterkönigs schmücken. Um die Trefferquote zu erhöhen, ist auch schon mal ein “Satteltrunk” gestattet – der wird in den Pausen traditionell in Form von heißem Teepunsch oder Bowle aus filigranen Tassen eingenommen. Die Regeln des Ringreitens sind im übrigen sehr überschaubar und daher auch für den unkundigen Zuschauer leicht verständlich, zumal ein Moderator die Zaungäste auf dem laufenden hält. Wenn Sie dabei sein möchten: Die nächsten Turniere finden am 19. Juni am Morsumer Kurhaus und am 3. Juli auf dem Keitumer Veranstaltungsplatz statt.

Apropos Traditionen: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie zwei Einheimische von Peter Hecht oder Sven Alarm, Carla Kultur oder Abbe Ei reden hören. Diese Namen finden Sie in keinem Sylter Telefonbuch und trotzdem gibt es sie. Gerade in der Vergangenheit wurden viele Sylter neben ihrem Vor- und Nachnamen mit einem dritten Namen bedacht: Dem so genannten Ökelnamen. Dabei handelt es sich um einen Spitznamen, der den Betreffenden mit seinem Beruf oder den Hobbies, seinem Aussehen oder besonderen charakteristischen Eigenschaften in Verbindung bringt. Ökelnamen hatten ihren guten Grund, denn bestimmte Vor- und Nachnamen waren auf der Insel ungemein häufig vertreten, so dass die Ökelnamen zur Unterscheidung dienten. Bei “Sönke Blau” beispielsweise wusste also jedermann, dass der Malermeister Sönke Johannsen gemeint war, während dem Dienstmann Hans Petersen sein schlenkernder Gang den liebevollen Ökelnamen “Hans Wolkenschieber” einbrachte.