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Artikel erstellt am 21.09.2016

Spaziergang auf Sylt – Teil 7

Die letzte Folge unseres Blog-Spaziergangs führte uns auf der Stettiner Straße ein kleines Stück gen Norden und dann auf die Elbinger Straße. Dort setzen wir unseren Weg heute fort und folgen der Straße gen Osten, bis wir direkt zur Königsberger Straße gelangen. Diese erstreckt sich sowohl in Richtung Süden als auch in nördlicher Richtung. Wir biegen links und damit gen Norden ab, um schließlich die Danziger Straße zu erreichen. Hier beenden wir dann das Kapitel der Sylter Flüchtlinge, um uns in den kommenden Wochen weiteren spannenden Insel-Geschichten zu widmen.

Die Königsberger Straße – Heimat der vertriebenen aus Ostpreußen

Ebenso wie auch die in den vorangegangenen Beiträgen vorgestellten Städte, die namensgebend für Sylter Straßen waren, wurde auch Königsberg im zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört. Heute erinnert die Königsberger Straße in Westerland an die Geflüchteten aus der damals ostpreußischen Provinz, die lange sowohl wirtschaftlich als auch geistig-kulturell als wichtiges Zentrum im Osten galt. Erbaut im 13. Jahrhundert, wurde der Stadt 1724 der Titel „Königlich-preußische Haupt- und Residenzstadt“ verliehen.

Ihre wirtschaftliche Bedeutung erlangte die Stadt allerdings dank ihres Hafens und dem Anschluss an den über 40 Kilometer langen Seekanal, der Königsberg direkt mit der Ostsee verbindet. Als prunkvolle Universitätsstadt, architektonisches Juwel sowie Krönungsstätte preußischer Könige bekannt, sind in der heute unter dem Namen Kaliningrad bekannten Metropole neben den prächtigen Stadttoren noch der Dom und die Börse erhalten.

Die Danziger Straße – Erinnerungen an eine schreckliche Tragödie

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs lag Danzig in Schutt und Asche. Die Bombardements der Alliierten und später auch der Angriff der russischen Armee hatten der einst so stolzen Hafenstadt schwer zugesetzt, sodass die Altstadt nahezu vollständig zerstört wurde und auch die Vororte in Trümmern lagen. Da die Fluchtwege über Land abgeschnitten waren, blieb den Bewohnern nur noch die Flucht über die Ostsee und so drängten sich bereits vor Kriegsende Tausende Flüchtlinge am Hafen, um einen Platz auf den auslaufenden Schiffen zu ergattern.

So kam es dann am 30. Januar 1945 nur wenige Monate vor Ende des zweiten Weltkriegs zu einer furchtbaren Tragödie auf dem Meer, als die „Wilhelm Gustloff“ sank. Eigentlich als Schlachtschiff gebaut, wurde aus diesem kurzerhand ein Passagierschiff, das Menschen in Sicherheit bringen sollte. Von Torpedos getroffen, fanden beim Untergang des Schiffes die insgesamt 9.000 Passagiere den Tod in der Ostsee.

Der Kapitän, ein gebürtiger Keitumer mit Namen Friedrich Petersen, überlebte das Unglück hingegen unbeschadet, was zu vielerlei Spekulationen führte: War er absichtlich vom Kurs abgewichen? Sicherte er sich vielleicht sogar vor anderen einen Platz im Rettungsboot? Aufgeklärt wurde die Ursache der Tragödie, ebenso wie die zahlreichen Fragen rund um Petersens Anteil an der Katastrophe, dabei nie. Sein Grab kann heute jedoch auf dem Keitumer Friedhof besichtigt werden.

Ein düsteres Kapitel Sylter Geschichte geht damit zu Ende und wir freuen uns, in der kommenden Woche wieder zu zwei Straßen zu gelangen, deren Namensgebung einen spannenden Hintergrund hat. Bis dahin wünschen wir wie immer allen eine tolle Zeit auf Sylt und freuen uns auf weitere Geschichten in der nächsten Folge unseres Blog-Spaziergangs.


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