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© WorldIslandInfo.com / Flickr [CC BY 2.0]
Artikel erstellt am 09.09.2011

Versunken auf dem Meeresgrund

Seit jeher muss die Insel Sylt in unschöner Regelmäßigkeit Tribut zahlen – immer dann, wenn eine Sturmflut wieder ein Stück Küste raubt. Bevor sich die Menschen mit dem Bau von Deichen und durch das Bepflanzen der Dünen erstmals gegen das Meer zur Wehr setzten, waren die Landverluste oft gravierend. So soll Sylt allein im Zeitraum zwischen 1650 und 1850 zwei Fünftel seiner Größe eingebüßt haben.

Blistum, Wardin, Steidum oder Niebelum – alles Sylter Dorfnamen, die das Meer in den vergangenen Jahrhunderten von der Landkarte tilgte. Nur über die wenigsten versunkenen Ortschaften ist etwas bekannt. So liegt ein gutes Stück westlich des heutigen Wenningstedt das Dorf Alt-Wenningstedt auf dem Meeresgrund und mit ihm der Hafen, von dem einst eine Armada aufgebrochen sein soll, um England zu erobern.

Auch das heutige Rantum hatte gleich mehrere Vorgänger. Teils wurden sie Raub der Fluten, teils von dem Sand wandernder Dünen begraben. “Bisweilen”, notierte ein Chronist im 19. Jahrhundert, “spülen die Wogen etwas zum Vorschein oder aber es wird bei tiefer Ebbe sichtbar. Dann sieht man die Fundamente alter Kirchen und Brunnen, ja, man hat auch schon allerlei Gerät und alte Münzen gefunden.” 1841 vermerkte ein Geologe: “Die Stelle, wo vor kaum 50 Jahren die alte Kirche stand, befindet sich jetzt gegen 700 Fuß vom Ufer entfernt.” Viele Jahre später, anno 1922, berichtete ein Dünenpflanzer, er habe “bei tiefster Ebbe weit draußen einen Brunnen von etwa zwei Metern Durchmesser entdeckt”.

Das bekannteste versunkene Sylter Dorf indes hieß Eidum. Die Zeichen standen auf Sturm an jenem klammen Herbsttag des Jahres 1436. Immer höher peitschten die Winde die Wogen, unaufhörlich stieg die Flut und fraß die Ufer. Im Westen Sylts rafften die Bewohner des Sylter Hauptdorfes Eidum eilig ihr Hab und Gut zusammen und flüchteten ins Inselinnere. Hinter ihnen bemächtigte sich schon der “Blanke Hans” des Dorfes und ließ die Hütten bröckeln. So begründete vor bald sechs Jahrhunderten eine Naturkatastrophe die Geburtsstunde des heutigen Westerland.