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© Andy Wright from Sheffield, UK / Wikimedia Commons [CC BY 2.0]
Artikel erstellt am 30.09.2011

S.O.S. – Schiffe in Seenot

Von der Kanzel hinab sollen Sylter Prediger in vergangenen Zeiten für ihre Schäfchen gebeten haben, dass doch Schiffe an der Küste stranden mögen. Die sündigen Stoßgebete wurden nur allzu oft erhört: Allein im Zeitraum von 1800 bis 1850 wurden 104 Strandungen vor Sylt registriert. Rasch waren die Sylter vor Ort und plünderten die Ladungen. Tatsächlich gab es auf Sylt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts keine funktionierende Seenotrettung. Die Verhältnisse besserten sich erst, als 1865 in Bremen die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger gegründet wurde. Von ihr bezogen die Sylter 1868 die ersten Rettungsapparate: Wenn eine hohe Brandung die Überfahrt zu einem havarierten Schiff mit dem Ruderboot unmöglich machte, dann kamen die Raketen zum Einsatz.

Mit ihnen schossen die Helfer vom Strand aus eine Rettungsleine zum Schiff hinüber. Zwar konnte ein solcher Schuss eine Distanz von bis zu 400 Metern überbrücken, doch bei Sturm und Dunkelheit bedurfte es oft vieler Versuche, ehe es einem Mann der Schiffsbesatzung gelang, die Rettungsleine zu fangen und zu befestigen.

Doch oft genug misslangen die Hilfsaktionen. So auch am 15. Oktober 1881, als sich vor Westerland die Brigg “Else” auf die Seite legte. Bei dem Versuch, schwimmend den Strand zu erreichen, ertranken zwei Matrosen. Die übrigen klammerten sich verzweifelt an die Masten. Der Schiffsjunge, so hörte man es bis zum Strand hinüber, “rief unentwegt nach seiner Mutter, bis die Rufe langsam verstummten”. Es wollte den Helfern nicht gelingen, Rettungsleinen zum Schiff zu schießen. Stattdessen mussten sie mit ansehen, wie die Wellen den Torso der “Else” zerschlugen. Keine Seele überlebte das Unglück.

Heute gibt es Schiffbrüchige nur noch selten – in einem solchen Fall läuft der in List stationierte Seenotrettungskreuzer “Minden” aus, zu dessen Ausrüstung unter anderem eine Feuerlöschanlage und sogar ein kleines Hospital für Notfälle zählen.