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© Wikimedia Commons [gemeinfrei]
Artikel erstellt am 05.08.2011

Pulverdampf über dem Lister Tief

Unbeschwerte Urlaubstage, wie man sie heute auf Deutschlands schönster Insel genießt – nicht immer ging es auf Sylt so friedlich zu. Blicken wir ein paar Jahrhunderte zurück: Schwerer Kanonendonner grollt über das Meer, der Seewind schmeckt nach Pulverdampf. Es ist der 16. Mai im Jahre des Herrn 1644, in Europa tobt der Dreißigjährige Krieg und im Lister Tief eine erbitterte Seeschlacht. Im Morgengrauen waren neun dickbäuchige dänische Kriegsschiffe auf eine Armada von 26 schwedischen und vier holländischen Schiffen gestoßen und seitdem qualmen die Geschützluken.

Als der Wind aufbrist und die dänischen Schlachtschiffe bedrohlich näher kommen, flüchten sich die Schweden in das Flachwasser und werfen Anker. Es sind viele Leichen im Dünengras zu verscharren: “Gestern sind hier auf List fünf Gruben gemacht, darinnen 500 Todte, theils ohne Kopf, ohne Arme und Beine”, beschrieb ein Chronist die Gräuel.

Die Schweden sind also vorerst geschlagen und die dänische Flotte dreht ab, doch die Gefahr ist damit noch nicht gänzlich gebannt: Die überlebenden schwedischen Krieger beginnen, die Inseldörfer zu plündern. Doch es naht Rettung: In Morsum landet ein Trupp dänischer Soldaten und rüstet gemeinsam mit mutigen Sylterinnen – die meisten Männer sind auf Walfang – zu einem Feldzug gen List.

Die Frauen tragen an diesem Tag, es ist der 25. Mai 1644, ihre Sonntagstracht und schwingen Sensen und Forken. In einem Dünental überraschen die Frauen und die Dänen den Feind und verjagen ihn. Auch die dänischen Kriegsschiffe sind wieder da und treiben die schwedische Armada vor sich her, der schließlich ein aufkommender Sturm zur Flucht vor den unerbittlichen Verfolgern verhilft.