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© unbekannt / Wikimedia Commons [gemeinfrei]
Artikel erstellt am 25.11.2011

Mit allen Wassern gewaschen

Er war das, was man gemeinhin ein Unikat, ein Stück Sylter Urgestein nennt: Carl Christiansen, von seinen Landsleuten nur “Käpt’n Corl” gerufen. Als Carl Nicolai Christiansen erblickte er 1864 in Westerland das Licht der Welt. Im zarten Alter von 15 Jahren ging der junge Carl an Bord eines Schiffes und diente sich von der Pike auf hoch, brachte es bereits mit 27 Jahren zum Kapitän bei der Ost-Afrika-Linie.

1902 kehrte Christiansen auf seine Heimatinsel zurück und trat in die Dienste der Sylter Dampfschiffahrts-Gesellschaft. 25 Jahre lang steuerte Käpt’n Corl die Raddampfer zwischen Højer und Munkmarsch, mit denen die Sommerfrischler übergesetzt wurden.

Dem erfahrenen Seemann war eine besondere Gemütsruhe zu eigen und stets war er zu Scherzen aufgelegt. Einmal zeigte er im Vorbeifahren zu einem kleinen Dorf hinüber und sagte zu den Passagieren wie beiläufig: “Und dort wurde Nansen geboren.” Die Reisenden staunten: Wer hätte geahnt, dass der berühmte Polarforscher Fridtjof Nansen in diesem trostlosen Nest das Licht der Welt erblickt hätte? Tatsächlich war in dem Dorf ein Nansen geboren – doch der hieß mit Vornamen Sören und war von Beruf Gemüsehändler.

Als 1927 der Hindenburgdamm eingeweiht und damit die neue zentrale Verbindung nach Sylt erschlossen wurde, stellten die Schiffe den Verkehr ein. Käpt’n Corl wurde notgedrungen zur “Landratte” und von der Kurverwaltung Westerland als Fremdenführer übernommen. Seine Führungen durch Westerland und über die Insel fanden bei den Sommerfrischlern großen Zuspruch. So nahmen am 20. Juli 1931 sage und schreibe 515 Gäste an einem Ausflug nach List teil. Vorneweg Carl Christiansen, der mit seiner Signalpfeife das Kommando führte wie einst auf der Brücke seines Schiffes.

Das Sylter Original verstarb im Jahre 1937 im Alter von 72 Jahren. Die Straße, in der er in Westerland lange Zeit gewohnt hatte, wurde ihm zu Ehren später Käpt’n-Christiansen-Straße benannt.