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© Sendker / Wikimedia Commons [gemeinfrei]
Artikel erstellt am 15.07.2011

Frühe Prominenz auf Sylt

Sylt und die Prominenz – das gehört zusammen wie der Strand und das Meer. Und das nicht erst seit gestern: Schon seit hundert Jahren kommt hierher, was Rang und Namen hat. Es waren vor allem bekannte Maler und Literaten, die einst den legendären Ruf der Insel begründeten. Zum Beispiel der Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann, der 1927 ins Gästebuch seines Kampener Domizils eintrug: “An diesem erschütternden Meere habe ich tief gelebt.” An seinen Bruder schrieb er: „Die Reize dieser Insel sind keusch und karg und lenken den Sinn auf Grog. Ich habe noch immer den weichen Donner der Brandung im Ohr.”

Literat Gerhart Hauptmann berichtete daheim beeindruckt von den Lister Wanderdünen: “Es ist hier wie auf den Gletschern eines Hochgebirges! Diese Einheit von Schneebergen und weitem Meer schafft einen Anblick von solch erhabenem Geiste, dass mir ist, als habe ich in der Natur nie Ähnliches gesehen.” Der Schriftsteller Ernst Penzoldt schrieb über Sylt “Die Farben sind allhier bezaubernd” und Max Frisch merkte an: “Die Tümpel des Wattenmeeres gleißen wie Scherben unter dem Mond. Man mag noch nicht schlafen.”

Und dann die Maler – sie konnten sich an der Natur gar nicht satt sehen. Unter anderem schwangen Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Beckmann auf der Insel die Pinsel. Die Landschaft am Meer zog auch den berühmten Expressionisten Emil Nolde schnell in ihren Bann: “Wie ein Trunkener lief ich stundenlang den Strand entlang oder durch den flüssigen Sand der Dünen. Es war, als ob die freie Luft, der salzige Geschmack, die tosenden Wogen mich spornten und beglückten”, schrieb er in sein Tagebuch und: “Die Menschen, sie schwammen und tauchten und spielten und liefen umher, fast ganz der Kleider entblößt. Die Schönen, die Schlanken, die Dicken, die Krummen. Und Kinder malte ich, wie kleine Tierchen im gelben Sand krabbelnd. Sechs Meerbilder habe ich stehen in Farben nass und fertig, fast fertig.”