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© Alfambra / Wikimedia Commons [gemeinfrei]
Artikel erstellt am 07.10.2011

Sylt-Filme, die nie gedreht wurden

Zunächst wegen ihrer ursprünglichen Landschaft, später des öfteren auch wegen ihres Bekanntheitsgrades dient die Insel Sylt bis heute immer wieder als Drehort für Kino- und Fernsehfilme. So wechselhaft wie die Genres war allerdings auch die Qualität der Filme, die vom anspruchsvollen Drama bis hin zur seichten Komödie reichte. Der Reigen begann 1921 mit einem Frühwerk namens “Der Gang in die Nacht”. Was seinerzeit von der Zensur noch mit einem Jugendverbot belegt wurde, würde heute kaum ein Kind erschüttern: Ein Eifersuchtsdrama um einen Arzt, einen Maler und eine Tänzerin, die sich letztlich umbringt.

Doch nicht jeder geplante Film kam in die Kinos – einige erstickten bereits im Keim im Sylter Sand. So wollte die umstrittene Regisseurin Leni Riefenstahl, die durch ihre Filme über die Olympiade 1936 in Berlin populär wurde, 1938 einmal in einer großen Rolle selbst ins Rampenlicht treten. “Penthesilea” von Heinrich von Kleist schien ihr der rechte Stoff dafür, sie selbst würde die Amazonenkönigin und damit die Hauptdarstellerin spielen. Die Schlachtszenen des Films sollten in der lybischen Wüste und in den Sylter Dünen spielen. Tausend weiße Araberpferde wurden geordert, junge Sportlerinnen wie auch die Protagonistin selbst im Reiten ohne Sattel ausgebildet. Allein: Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zerschlug das ehrgeizige Projekt.

Auch ein anderes Filmprojekt war nicht von Erfolg gekrönt: Hollywood-Regisseur Nicholas Ray – er arbeitete mit Stars wie Humphrey Bogart und John Wayne, Anthony Quinn und Robert Mitchum zusammen – wollte 1968 einen Film mit 2000 Sylter Komparsen und keinen geringeren als Jane Fonda und Paul Newman in den Hauptrollen drehen. Selbst die Politiker gerieten bei solch rosigen Aussichten in Verzückung. Sie setzten das Thema “Filmzentrum Sylt” als Punkt 1 auf die Tagesordnung der Westerländer Stadtvertretung. Und regelten zur Sicherheit schon mal alle Details. “Bei dem großen Zuspruch”, vermeldete die Sylter Tageszeitung, “war es reine Formsache, dass der Erste Stadtrat abgeordnet wurde, die reizende Jane Fonda namens der Stadt Westerland willkommen zu heißen”. Allein: Auch dieser Film wurde nie gedreht.