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Artikel erstellt am 19.03.2015
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Radfahrinsel Sylt - Neuer Schwung für Pedalritter

Auch wenn Sylt wohl nie allein den Radlern gehören wird, sind diese klar im Vorteil, denn für sie heißt es munter weiterradeln, wenn Strand oder Rantum-Becken in Sicht kommen und Autofahrer mit Sperrschildern längst in die Schranken gewiesen wurden. Also verlangsamen Sie ruhig das Tempo, wenn die Dünen erreicht sind, denn Sie haben eh die Nase vorn und das Wohlwollen der Sylter auf Ihrer Seite, denn diese sind auf den Inselverkehr nicht gerade gut zu sprechen. Täglich entlädt der Autozug Pkw-Lawinen aber auch die Sylter selbst möchten auf den Pkw nicht verzichten. Für einen Kompromiss soll nun die Erarbeitung eines neuen Verkehrskonzeptes sorgen. Ein Verkehrs-Leitbild, dass Sylt komplett zur Radlerinsel macht, wird wohl Utopie bleiben. Dennoch sind Konzepte gefragt, die auf öffentliche Verkehrsmittel und eben das Rad hin orientieren.

Fahrradfahren auf Sylt - Maßnahmen für eine radlerfreundliche Insel

Fest steht, in den kommenden zehn Jahren wird auf den Ausbau des Individualverkehrs weniger Wert gelegt. Dagegen sollten Buslinien häufig im 10-Minuten-Takt verkehren und innerorts mehr Tempo-30-Zonen für Entlastung sorgen. Für Radler bedeutet dies weiterhin grünes Licht, denn der Radverkehr soll von 19% auf 26% ausgebaut werden. Was recht statistisch klingt, soll durch mehr Abstellmöglichkeiten und intelligente Rad-Verleihsysteme Gestalt annehmen. Dabei wird auch verstärkt an die Öffentlichkeit appelliert, um Sylt zur freundlichsten deutschen Radfahrregion werden zu lassen.

Für Radeln auf Sylt spricht also so einiges. Sie haben die Wahl aus 200 km Radwegen und können die Insel von Nord nach Süd entlang der alten Inselbahntrasse erkunden. Wer dabei den Gegenwind unterschätzt und schneller außer Puste gerät als gedacht, der findet in den Bussen Fahrradplätze. Alle Inselbusse nehmen Räder huckepack. Sie müssen auch nicht mit dem Rad anreisen, denn jeder Inselort besitzt Verleihstationen, wo bestens gewartete Räder für die ganze Familie bereitstehen, darunter schicke Cityräder, sportliche Mountainbikes oder bequeme Ebikes. Auch an den Nachwuchs wurde mit Kindersitzen und Kinderanhängern gedacht und mit Tandems ist für den Spaßfaktor hinterm Deich gesorgt. Einige Fahrradverleihstationen auf Sylt bieten einen kostenlosen Pannenservice an und in Wenningstedt können Sie auch Hundeanhänger mieten.

Die schönsten Fahrradtouren auf Sylt

Natürlich sind Sie auf der Insel nicht allein unterwegs. Dort wo Cabrios und Luxuslimousinen nicht hinkommen, begegnen Ihnen Jogger, Skater, Spaziergänger oder Reiter. Die schönste Zeit für ruhige Radtouren sind Frühling und Herbst. Alle Inselorte sind auf dem Radweg gut erreichbar und auch sonst sind die Radstrecken überschaubar und in etwa 100 km haben Sie die Insel umradelt. Die Radstrecken führen über Sand oder rauen Asphalt. Auch mit leichten Steigungen müssen Sie rechnen, aber alles in allem ist Radeln auf Sylt nicht primär eine Frage der Kondition, sondern mit einem hohen Erholungswert und viel Spaß verbunden. Bringen Sie Zeit mit, denn es lohnt, Pausen einzulegen und die schönsten Inselplätze aufzusuchen.

Eine Herausforderung an jeden Pedalritter auf Sylt ist die Durchquerung der Insel. Nebenbei passieren Sie einen Großteil der Sehenswürdigkeiten auf Sylt und lernen alle Inselorte entlang der Westküste kennen. Die Tour startet im Inselnorden, in List. Am Lister Ellenbogen ist Sylt zu Ende und Sie blicken hinüber zur Insel Romo, die bereits zu Dänemark gehört. Entlang der Dünenstraße radeln Sie zum Lister Hafen. Im weiteren Verlauf folgen Sie der Listlandstraße und biegen geradewegs in die Dünen ab. Wenn im Spätsommer die Heide blüht, gestaltet sich dieser Streckenabschnitt besonders reizvoll. Wer einen Stopp am Strand einlegen möchte, hat hierzu am Weststrand Gelegenheit. Das nächste Ziel heißt Kampen. Im teuersten Inselort ist die Anzahl der Schönen und Reichen besonders groß und vielleicht begegnet Ihnen bei einer Rast im Café Kupferkanne das eine oder anderer bekannte Gesicht. Die Uwe Düne einen Berg zu nennen, werden Gebirgler nur müde belächeln, dennoch lohnt ein Stopp an der höchsten Inselerhebung, denn die Aussicht in 52 Metern Höhe ist fantastisch. Nachdem Romantiker noch einen Blick auf das Rote Kliff geworfen haben, führt die Strecke weiter nach Wenningstedt. Der nächste Halt heißt Westerland und darf bei keiner Radtour fehlen. Nach einem Abstecher in die Fußgängerzone wird es im weiteren Verlauf der Strecke hinter den Dünen schnell wieder ruhiger. Nun folgt der Radweg bis nach Hörnum zum Großteil der Inselstraße. Im südlichsten Inselort ist die Tour beendet und Sie haben viele bleibende Eindrücke gewonnen, die Ihnen nur Ferien auf zwei Rädern bescheren können.