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© old private picture / Wikimedia Commons [gemeinfrei]
Artikel erstellt am 15.08.2011

Der beschwerliche Weg nach Sylt

Mal eben mit dem Flugzeug auf die Insel jetten oder im Schnellzug nach Sylt brausen – davon hätten Urlauber noch vor hundert Jahren nur träumen können. Denn langatmig und beschwerlich war die Anreise in früheren Zeiten. Bevor im Jahre 1927 der Hindenburgdamm den Weg auf die Insel ebnete, beschränkte sich der Reiseverkehr ganz auf die Schiffe. Zwei Wege führten seinerzeit nach Sylt: Ab 1859 setzten Schiffe vom Hafen Hoyerschleuse nach Munkmarsch über, ab 1901 führte ein weiterer Seeweg von Hamburg nach Hörnum.

Lange Zeit war das beschauliche Munkmarsch das Tor zur Insel. Mit der Eisenbahn fuhren die Reisenden bis Hoyerschleuse, wo der Dampfer ablegte. Zunächst aber mussten die Passagiere mit Kutschen durch das flache Wasser zum Schiff gekarrt werden, das weiter draußen vor Anker lag. Allein: Die Gezeiten und schlechtes Wetter brachten den Fahrplan häufig aus dem Takt, und die zwei- bis dreistündige Überfahrt bekam manchem Badegast gar nicht gut: “Hätte ich doch geahnt, wie speiübel einem an Bord eines solch schwankenden Schiffs werden kann, so wäre ich doch lieber in die Berge gefahren”, klagte anno 1899 einer von ihnen.

In Munkmarsch angekommen, erwarteten bis zu zwanzig Kutschen die Sommerfrischler für den Weitertransport. Über holprige Wege ging es sodann nach Westerland, ehe 1888 der Bau der Inselbahn die Fahrt etwas komfortabler machte. Zwölf Minuten brauchte jetzt die Inselbahn, wofür die Pferdefuhrwerke zuvor eine Stunde benötigt hatten.
Lange Zeit galt der südlichste Inselort Hörnum als eine weitgehend verwaiste Enklave. Das änderte sich erst im Jahre 1901, als eine Schifffahrtslinie von Hamburg via Helgoland nach Hörnum eingerichtet und in Hörnum eine 153 Meter lange Anlegebrücke gebaut wurde. Nach dem Bau des Hindenburgdamms wurde die Schifffahrtslinie in den 1930-er Jahren eingestellt. Die Hörnumer Seebrücke zerfiel im Eiswinter 1947. Viele Holzplanken wurden an der Südspitze angetrieben und von den Hörnumern umgehend als Brennholz verfeuert.